Alchemie

Was ist das?
Die Alchemie war nach aussen hin von der Idee der künstlichen Herstellung von Gold, des Universallösungsmittels Alkahest oder eines Allheilmittels getrieben. Alchemie wird auch als Ursprung unserer heutigen Chemie gesehen. 


Die Alchemisten, welche immer auch die Astrologie mit einbezogen, waren der Meinung, chemische Elemente könnten ineinander umgewandelt (transmutiert) werden. Grundlegender war man allgemein überzeugt, alle Stoffe seien nicht nur aus Eigenschaften, sondern auch aus Prinzipien aufgebaut. So war es theoretisch möglich, einen beliebigen Stoff, vorzugsweise von unedlen Metallen entnommen, mit den edlen Prinzipien von Gold oder Silber neu zu gestalten. Das war idealerweise dann möglich, wenn man zuvor dem unedlen Stoff alle unedlen Prinzipien abgenommen hatte und ihn damit empfänglich für neue Prinzipien gemacht hatte. 


Die eigenschaftslose „prima materia“ und die auf sie übertragbaren und universell anwendbaren Prinzipien, auch oft „quinta essentia“ genannt, waren das eigentliche Forschungsgebiet der Alchemisten...


Innere Alchemie...

Der wahre, mystische Alchemist hingegen war aber auf der Suche nach dem Stein der Weisen, der inneren Wandlung, der Veredelung des Menschen und des Elexiers der Unsterblichkeit. Der Basistext der Alchemie ist die angeblich ursprünglich arabische Tabula Smaragdina, die „Bibel der Hermetik“, die auf Hermes Trismegistos zurückgeht


Viele Rosenkreuzer und Freimaurer waren auch zugleich Alchemiker. So sprach man zum Beispiel bei den Rosenkreuzern auch von geistiger bzw. theoretischer Alchemie, die eine Vollendung des Menschen mit sich bringen sollte. 


In alchemischen Büchern und Schriften werden die einzelnen Stufen in manigfaltigen Symbolen und Chiffren verschlüsselt. 

Dies sind die 3 Grundstufen die ein Adept durchlaufen muss:

  • nigredo (putrefactio), Schwärzung (Fäulnis): Reinigung, Ausbrennen von Unreinheit
  • albedo, Weißung: Vergeistigung, Erleuchtung
  • rubedo, Rötung: Vereinigung des Menschen mit Gott, Vereinigung des Begrenzten mit dem Unbegrenzten


Die Alchemie in Prag...
Unter der Herrschaft von Kaiser Rudolf II von Habsburg, der Prag zu seinem Hauptsitz erwählt hatte, blühte die Alchemie förmlich auf. 


Die Persönlichkeit Rudolf II. wirkte in Europa um die Wende des 16. und 17. Jh. wie ein Magnet. Die Metropole an der Moldau, in dieser Zeit die grösste des Alten Kontinents, zog die bedeutendsten Geister an, die sich nach der Erkenntnis des Grossen Werkes, der wirklichen hermetischen Praxis sehnten.


Der "österreichische Hermes Trismegistos" wie sie Rudolf II. voller Bewunderung nannten, unterhielt ein grosse alchemistische Werkstatt, dessen Direktor Tadeas Hajek von Hajek war. Dieser verlässliche, gebildete Mensch, der Respekt einflösste und Autorität ausstrahlte hatte zur Aufgabe die wahren Alchemisten von den Scharlatanen zu trennen. Tadeas Hajek war selbst ein Alchemist und hatte den Ruf ein wahrer Meister zu sein.


Weiter ist die Alchemie auch eng mit den Rosenkreuzern und Freimaurern in Prag verknüpft...